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Donnerstag, 18. Februar 2010

Social Bookmarks

Wer wie ich, sich auf einer Menge Seiten zum Historischen Fechten und den Quellen und Lexika bewegt, der hat viele Bookmark.s

Ich habe keine Lust mehr meine Bookmarks auf mehr als einem PC selber zu verwalten. Aber bei den tausenden von Anbietern weiß ich echt nicht, welchen ich nehmen soll. Hier habe ich mal ein paar getestet und schaue bald nach weiteren.

Xerpi ist ganz nett, aber die Übersichtlichkeit hält sich in Grenzen.

Das coole an Mister Wong sind die Gruppen. Aktuell hat aber anscheinend der Server Probleme, ich werde dauernd ein- und ausgelogged.

Finde ich von der Bedienung her eher suboptimal.

Habe mir nun auch mal Twitter angesehen:
Das ist ja eher schwach, da passiert wirklich nur was für Nerds, die dauernd sich veröffentlichen wollen.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Was ist das Einwinden?

Der Begriff des Einwinden wird vermutlich schon zur Zeit der ersten Quellen zum Langen Schwert verwendet worden sein, finden wir in den Quellen entsprechende Satzkonstruktionen wie „wind…ein“. Doch diese sind selten und der Begriff "Einwinden" findet sich dort nicht explizit.

Das Winden ist mit seiner achtfachen Gestaltung ein variabler Anteil in jedem Stück. Es spielt also keine Rolle für die meisten Fechtmeister ob nun ein- oder ausgewunden wird. Hauptsache es wird gewunden. Welche Art der Winderei ist von der Fechtsituation – vom Fühlen – abhängig. Erst 50 Jahre nach dem GNM 3227a, wird teilweise durch den Wunsch allein durch die Bücher, Wissen erfass- und vermittelbar zu machen, eine genaue Beschreibung des Ablaufs notwendig. Dadurch geht allerdings die mündliche Belehrung der Scholastik zum Teil verloren.

Paulus Hector Mair: langes Schwert, Stück 20 (10v)


Ein obers einwinden mit ainem OberhawItem stee mit deinem rechten fuoss vor,
und haw im zuo der obern plösse. Hawt er dir dann entgegen, so versetz im den
haw, unnd wind im die kurtz schnaide an sein rechts or. Versetzt er dir das, so
wind dich gegen im in das hangend ort, das das gehiltz vor (?) deinem haubt
stee. Windt er sich also in das hangent ort, so gang im entgegen mit ainem
schaitler haw. Versetzt er dir das, so fall aus dem schaitler in den den
krumphaw, und schnaid in durch das maul, oder [?] er dir [?] mag. Wirst du des
schnits gewar, so sitz im wider krumb auff sein schwert, damit hast du im den
schnit brochen, und magst in auf zuo dem haubt schneiden. So er dir deinem
schnit also gebrochen hat, und dich zuo dainem haubt schneidt, so tritt mit dem
linggen schenkel zurugk, unnd wind dich auf mit dem gehilz für dain haubt. Indem
hauw im zuo seiner rechten seitten.

Es gibt in diesem Fall nun meiner Meinung nach die Situation, dass sich Lecküchner und die anderen Fechtmeister rund um 1450-1500 am Umbruch vom Scholastik und Bücherlehre befinden (durch Duckkunst etc). Ihre Fechtbücher sind immer eine Mischung zwischen beide: der Scholastik mit ihren Versen, Glossen und mündlicher Übermittlung und der rein textuellen bzw. grafischen Erfassung und Übertragung einer Lehre ohne Lehrmeister außer dem Papier.

Lecküchner leidet sehr darunter. So schreibt er zum einen akribisch jedes Stück auf, wendet aber im Textlichen noch das an, was er in seinem Vorläuferbuch verwendet hat – wo die Akribie und die Bildsprache nicht so ausgeprägt waren.

Sein Hauptstück Zornhau ist wie viele andere Stücke von Lecküchner nur dann verständlich, wenn man nicht auf die Bilder schaut. Man muss sich den Text vornehmen und dann erkennt man eine größere Varianz desselben Stückes. Die Bilder zeigen immer nur eine Variante. Der Text versucht Prinzipien und grundlegende Techniken zu vermitteln. Die Bilder vermitteln immer nur einen einzigen Ablauf.

Dies wird einem Interpreten in einigen Fällen bei Lecküchner begegnen, ganz massiv in den Stücken zum Wecker oder Entrüsthau. Bei der Handarbeit ist er eher fast an echten Abläufen im Text, anscheinend ein notwendiges Ding.

Das Einwinden ist somit ein historischer Fechtbegriff und beschreibt das Winden auf die eigene linke Seite gegen die Klinge des Gegners typischer Weise bei einem von Rechts ausgeführten Oberhau von beiden Kämpfern in einem Versatz (Sprechfenster).

Heben der Hände und Drehen der Klinge in der Längsachse: Für das Einwinden nach Links werden die Hände (die Waffenhand) nach oben bewegt und die Waffe wird im Uhrzeigersinn so gedreht, dass die Lange Schneide nach oben Zeigt. Der Winkel des Kreuzes soll sich nicht in die Senkrechte drehen. Das Ziel ist es immer, eine Schneide gegen die Fläche der gegnerischen Klinge zu bringen: in diesem Fall die Lange Schneide. Dies ermöglicht größeren Druck auszuüben oder mehr Gegendruck standzuhalten. Somit wird diese zwar nach oben gedreht, das Messer bleibt aber in Schräglage.

Schwertkampf lernen im Rhein-Main Gebiet

Das Lernen des Schwertkampfs ist alles andere als einfach. Wer im Rhein-Main Gebiet lebt, kann sich glücklich schätzen. Hier sind zwei Veranstalter, die sich dem Europäischen Schwertkampfs des Mittelalters verpflichtet haben:

Stahl auf Stahl
Eine Fechtschule in Frankfurt am Main, die sich sehr eng an den Quellen intensiv mit der Kampfkunst auseinandersetzt. Es ist eine private Fechtschule mit starker Fokussierung auf die Ausbildung des Schülers. Die Fechtschule bietet auch Wochenendseminare an.

Aktuelles Angebot: Schwertkampf mit dem Langen Schwert und mit Buckler und Schild, sowie Ringen

Zornhau
Der Verein Zornhau in Offenbach hat sich zum Ziel gesetzt, die mittealterlichen Kampfkünste zu vermitteln. Das sehr breite Angebot wird von mehreren Trainern umgesetzt.

Aktuelles Angebot: Schwertkampf mit dem Langen Schwert, mit dem Langen Messer und mit Buckler und Schild, sowie Ringen, und der Kampf mit Dolch und Stange.

Im Rhein-Main Gebiet bietet noch Krifon in Mainz die Lehre des Lecküchners zum Langen Messer an.

Insgesamt ein Eldorado für Schwertkämpfer.